Verschlüsselte P7M-Datei öffnen: nur mit dem Schlüssel des Empfängers

Nicht jede P7M-Datei ist verschlüsselt. Diese Seite zeigt, wie Sie beides unterscheiden und was Sie zum Entsperren wirklich brauchen.

Eine P7M-Datei entschlüsseln heißt: den verschlossenen CMS-Umschlag mit dem privaten Schlüssel des Empfängers öffnen. Nicht jede Datei mit dieser Endung ist dafür verschlüsselt – viele enthalten nur eine Signatur um ein ohnehin lesbares Dokument. Ob Verschlüsselung vorliegt, entscheidet der Inhalt der Datei, nicht ihr Name. Ist sie verschlüsselt, hilft allein die eigene Schlüsseldatei: eine Datei nach dem Format PKCS#12 (Endung .p12 oder .pfx) oder ein PEM-Schlüssel, dazu das dazugehörige Passwort.

Was ist der Unterschied zwischen signiert und verschlüsselt?

Signatur und Verschlüsselung sind Umschläge im Format CMS, dem Nachfolger von PKCS#7, beschrieben in RFC 5652. Der Standard kennt unter anderem zwei relevante Typen: SignedData für Signaturen und EnvelopedData für verschlüsselte Nachrichten. Bei SignedData bleibt das Dokument im Umschlag lesbar; die Signatur beweist nur, wer es unterschrieben hat und dass es unverändert ist. Bei EnvelopedData ist der Inhalt selbst chiffriert – niemand außer den bezeichneten Empfängern kann ihn lesen.

Microsoft formuliert es für Outlook so: Entschlüsseln kann die Nachricht nur der Empfänger, dessen privater Schlüssel zum öffentlichen Schlüssel der Verschlüsselung passt. Jeder andere Empfänger sieht unlesbaren Text. Das ist der Kern des ganzen Themas: Es gibt kein generisches Werkzeug, das eine verschlüsselte P7M-Datei für jeden öffnet.

Beide lassen sich auch kombinieren – CMS erlaubt ausdrücklich, eine verschlüsselte Nachricht zusätzlich zu signieren. Dann brauchen Sie zum Lesen den Schlüssel, und erst danach zeigt sich, wer signiert hat.

Woran erkenne ich, dass die Datei verschlüsselt ist?

Am Dateinamen erkennen Sie es nicht. RFC 8551, die aktuelle S/MIME-Spezifikation, weist beiden Typen dieselbe Endung .p7m zu; in Mails heißt die Anlage in beiden Fällen meist smime.p7m. Der Signatur-Teil einer Mail, smime.p7s, enthält dagegen überhaupt nichts Verschlüsseltes – dort gibt es nichts zu „entschlüsseln“. Es ist die Signatur, beschrieben auf der Seite zum Anhang smime.p7s.

So gehen Sie in der Praxis vor:

Zustand der Datei Was sie enthält Was Sie brauchen
signierte .p7m (SignedData) Dokument plus Signatur nichts, oben auswählen genügt
verschlüsselte .p7m (EnvelopedData) chiffrierten Inhalt eigene Schlüsseldatei .p12/.pfx und Passwort
signiert und verschlüsselt beides zusammen erst Schlüssel, dann sind Dokument und Unterzeichner sichtbar
.p7s nur die Signatur, kein Inhalt das zugehörige Originaldokument, kein Schlüssel

P7M-Datei entschlüsseln mit der eigenen Schlüsseldatei

Zum Öffnen einer verschlüsselten Datei brauchen Sie zwei Dinge: den privaten Schlüssel des bezeichneten Empfängers und das Passwort, das den Schlüssel schützt. Beides zusammen liefert üblicherweise eine Datei: PKCS#12, definiert in RFC 7292 als Austauschformat für private Schlüssel und Zertifikate. Die Microsoft-Dokumentation zu Zertifikatsdateien hält fest, dass .p12- und .pfx-Dateien mit privatem Schlüssel durch ein Passwort geschützt sind. Alternativ akzeptiert die Seite einen freigegebenen Schlüssel im PEM-Textformat samt Passwort.

Woher die Datei kommt: Wer Ihnen verschlüsselte Mails schickt, hat sie an Ihr Zertifikat adressiert. Ausgestellt wurde dieses Zertifikat vom Arbeitgeber, einer Zertifizierungsstelle oder einem Anbieter – dort fragen Sie auch nach der Schlüsseldatei. Was ein S/MIME-Zertifikat ist und wo Sie es herbekommen, erklärt eigenständig die Seite S/MIME-Zertifikat; Zertifikate ausstellen kann diese Seite nicht. In Outlook exportieren Sie digitale IDs in den S/MIME-Einstellungen und vergeben dabei ein Passwort für die Datei.

So gehen Sie auf offnenp7s.de vor: Sie wählen die verschlüsselte Datei oben aus, die Seite erkennt EnvelopedData, Sie fügen Ihre Schlüsseldatei und das Passwort hinzu. Beides wird in der Seite auf Ihrem Gerät verwendet, nicht übertragen und nicht gespeichert. Ist der Schlüssel passend, erscheint das Dokument; die Unterzeichner zeigt dieselbe Übersicht an. Das Grundverfahren einer signierten Datei steht unter P7M-Datei öffnen.

Warum Smartcard und Token im Browser nicht funktionieren

Viele Unternehmenszertifikate liegen nicht als Datei herum, sondern nur auf einer Smartcard oder einem Token. Genau da endet die Reichweite jedes Browsers: Die Seite kann die Karte nicht ansprechen, sie sieht nur Dateien, die Sie auswählen. Wenn Ihre Schlüsseldatei also nirgends existiert und nur die Karte infrage kommt, öffnen Sie die verschlüsselte Mail im E-Mail-Programm, das die Kartensoftware einbindet.

Für Outlook beschreibt Microsoft das so: Zum Lesen verschlüsselter Nachrichten richten Sie das S/MIME-Zertifikat ein; es kann auf einer Smartcard liegen oder als Datei auf dem Rechner. Ist die Schlüsseldatei im Outlook-Profil eingebunden, entschlüsselt Outlook die Mail beim Öffnen selbst – eine Anlage smime.p7m taucht dann gar nicht erst als Rätsel auf. Wer nur Outlook im Web nutzt, braucht dort den S/MIME-Baustein; ohne ihn bittet Outlook beim Öffnen einer verschlüsselten Mail um die Installation. Details zum Anhang in Outlook: smime.p7s in Outlook.

Was „entschlüsseln“ hier nicht bedeutet

Zwei Verwechslungen sind häufig; beide lassen sich klar trennen. Erstens: Ein PDF mit Öffnungspasswort ist keine P7M-Datei. PDF-Schutz ist ein Mechanismus im PDF selbst; diese Seite öffnet ein PDF unverändert, sperrt aber kein Passwort ab. Was eine P7M-Hülle mit einem PDF zu tun hat und was nicht, steht unter P7M und PDF. Zweitens: Diese Seite stellt keine Zertifikate aus und kann keinen Schlüssel nachbauen, der irgendwo fehlt. Eine verschlüsselte Datei, für die niemand mehr den Empfänger-Schlüssel hat, bleibt für alle Werkzeuge verschlossen – das ist die Absicht der Verschlüsselung, kein Fehler eines Betrachters.

Entschlüsseln und lesen

Wenn Sie eine P7M-Datei entschlüsseln wollen, wählen Sie die Datei oben im Feld aus und dort anschließend Ihre .p12- oder .pfx-Datei samt Passwort. Mit einem kostenlosen Konto sehen Sie die Übersicht, die erste Seite des Dokuments und die Unterzeichner; das vollständige Dokument mit Download ist kostenpflichtig. Datei, Schlüssel und Passwort bleiben auf Ihrem Gerät: nichts davon wird übertragen oder gespeichert.

Häufige Fragen

Kann ich jede P7M-Datei entschlüsseln?

Nein. Nur wenn die Datei verschlüsselt ist und Sie den privaten Schlüssel des Empfängers besitzen, gelingt das. Eine nur signierte P7M-Datei ist gar nicht verschlüsselt; ihr Dokument ist ohne Schlüssel lesbar – es fehlt meist nur ein passender Betrachter.

Wie kann ich ein PDF online entschlüsseln?

Diese Seite entfernt keine PDF-Passwörter; ein PDF öffnet sie unverändert. Eine P7M-Hülle und ein Passwort-PDF sind zwei verschiedene Techniken. Für die P7M-Verschlüsselung brauchen Sie die Schlüsseldatei, für das PDF-Passwort das Passwort des Autors.

Woher bekomme ich die Datei .p12 oder .pfx?

Aus Ihrem E-Mail-Programm oder von der Stelle, die Ihnen das Zertifikat ausgestellt hat: Arbeitgeber, Zertifizierungsstelle oder Anbieter. In Outlook lassen sich digitale IDs exportieren, dabei vergeben Sie ein Passwort für die Datei.

Reicht das Passwort allein zum Entschlüsseln?

Nein. Das Passwort schützt nur die Schlüsseldatei selbst. Enthalten sein muss zusätzlich der private Schlüssel des Empfängers. Ohne diesen Schlüssel bleibt der Inhalt auch mit jedem Passwort unlesbar.

Wird meine Schlüsseldatei hochgeladen?

Nein. offnenp7s.de verwendet Schlüsseldatei und Passwort ausschließlich in der Seite auf Ihrem Gerät. Nichts davon wird übertragen oder gespeichert. Auch die verschlüsselte Datei selbst verlässt Ihr Gerät nicht.

Warum funktioniert es mit der Smartcard nicht?

Weil der Browser die Karte nicht erreichen kann, auf der der Schlüssel liegt. Entschlüsseln können Sie die Mail dann im E-Mail-Programm, das die Kartensoftware einbindet, etwa Outlook mit Ihrer Konfiguration.

Ziehen Sie Ihre .p7s / .p7m Datei hierher

Datei öffnen