CAdES, PAdES oder XAdES – woran Sie erkennen, welches Format signiert

Kurz geordnet: CAdES ist die Signaturdatei daneben, PAdES steckt im PDF, XAdES im XML – mit Tabelle, Standards und der Frage, was offnenp7s.de daraus lesen kann.

CAdES, PAdES, XAdES: drei Bauformen für dieselbe Sache – eine elektronische Signatur, die fest an ein Dokument gebunden ist. Welches Format vorliegt, erkennen Sie fast immer an der Datei selbst. CAdES ist eine Signaturdatei, die neben oder um das Dokument gelegt wird. PAdES ist in ein PDF eingebettet und im Betrachter als Signaturfeld sichtbar. XAdES ist ein Signaturanteil innerhalb eines XML-Dokuments. Alle drei sind europäische Standards von ETSI und dienen den Signaturanforderungen der Verordnung eIDAS (EU) Nr. 910/2014.

Was die drei Formate gemeinsam haben

Das Gesetz beschreibt die Anforderungen, nicht das Dateiformat. Eine fortgeschrittene elektronische Signatur muss nach eIDAS (Artikel 26) eindeutig dem Unterzeichner zugeordnet sein, seine Identifizierung ermöglichen und so mit den unterzeichneten Daten verbunden sein, dass eine nachträgliche Veränderung erkannt werden kann. Die technische Ausarbeitung liefert ETSI, getrennt nach Dokumentart: EN 319 122 für CAdES, EN 319 142 für PAdES, EN 319 132 für XAdES. Über den Durchführungsbeschluss (EU) 2015/1506 erkennt die Kommission diese Basisprofile an; darüber werden Signaturen zwischen Verwaltungen und Anbietern in der Union austauschbar.

Die drei Normen unterscheiden sich kaum in der Kryptografie, aber stark im Behälter. CAdES verpackt die Signatur in eine eigene Datei, egal ob das Dokument ein PDF, eine Rechnung oder ein Bild ist. PAdES nutzt die im PDF dafür vorgesehenen Signaturobjekte und schreibt die Kryptografie hinein, damit das Dokument offen lesbar bleibt. XAdES arbeitet mit den Mitteln von XML, weil bei einer XML-Rechnung kein Dokument zum Umhüllen da ist, sondern nur der Datensatz selbst.

Die Stufen: B-B, B-T, B-LT, B-LTA

Die Stufe entscheidet über die Langzeitprüfbarkeit, nicht das Format. Allen drei Familien ist dieselbe Stufenfolge gemeinsam: Für CAdES definiert EN 319 122-1 vier Level, die entsprechenden Normteile 1 von EN 319 142 (PAdES) und EN 319 132 (XAdES) legen dieselben Stufen fest:

Konkret heißt das: Eine PAdES-Grundsignatur im Mietvertrag ist Jahre später schwerer zu prüfen als eine CAdES-Signatur vom Niveau B-LT, weil ihr das Prüfungsmaterial fehlt. Die Stufe erkennen Sie in Signaturdateien oft an Attributnamen wie content-time-stamp oder archive-time-stamp.

CAdES: die Signatur als eigene Datei

CAdES baut auf CMS auf, dem Standard, der das frühere PKCS#7 abgelöst hat (RFC 5652). CMS kann zwei Rollen: Es umschließt das Dokument mitsamt Signatur, dann haben Sie eine Datei wie bescheid_2026.p7m in der Post. Oder die Signatur liegt abgetrennt daneben, dann bekommen Sie zu einem PDF wie vertrag-2026-05.pdf eine Signaturdatei wie vertrag-2026-05.p7s dazu. An signierten E-Mails heißt diese abgetrennte Signaturdatei fast immer smime.p7s.

Weil bei der abgetrennten Variante das Dokument fehlt, findet ein normaler Betrachter in der Datei nichts Anzeigbares – genau dafür ist das Feld oben da. offnenp7s.de liest .p7s und .p7m auf Ihrem Gerät, zeigt Unterzeichner und Zertifikat und vergleicht bei abgetrennter Signatur die Prüfsumme, sobald Sie das Original dazulegen. Was in so einer Datei steht, ordnet die Seite Dateiendung P7S; die Hülle mit Inhalt beschreibt P7M-Datei öffnen. Dass der ältere Name PKCS#7 dieselbe Familie meint, zeigt PKCS#7-Datei öffnen.

PAdES: die Signatur im PDF

PAdES ist die Form ohne zweite Datei: signiertes Dokument und Signatur stecken in derselben PDF-Datei. Sichtbar wird sie als Signaturfeld auf einer Seite und als Eintrag im Signaturbereich des Betrachters. Ein verbreitetes Programm dafür ist der Acrobat Reader; welche zwei Fragen die Prüfung dort stellt und wie Sie die Antworten lesen, beschreibt PDF-Signatur prüfen.

Für diese Seite gilt: Ein einfaches PDF öffnet sie unverändert, aber die eingebettete PAdES-Signatur liest sie nicht aus. Der Unterzeichner erscheint dann nicht in der Signaturübersicht, sondern nur im PDF-Programm. Liegt die Signatur dagegen als .p7m oder .p7s außerhalb des PDF, kann sie hier gelesen werden.

XAdES: die Signatur im XML

XAdES gehört zu Dokumenten aus strukturierten Daten: XML-Rechnungen, Übermittlungen an Verwaltungen, Schnittstellen zwischen Geschäftspartnern. Die Signatur ist ein eigener Abschnitt innerhalb der XML-Struktur und verweist auf die übrigen Teile des Dokuments. Häufig erscheint XAdES nicht allein: Das Containerformat ASiC (EN 319 162) bündelt Dokument und Signatur in einer Datei und gehört wie die drei Signaturformate zu den durch den Beschluss 2015/1506/EU anerkannten Basisprofilen.

Auch XAdES-Dateien kann diese Seite öffnen; ihr Schwerpunkt bleibt die CAdES-Familie. Für förmliche Prüfungen, etwa gegenüber Behörden oder Gerichten, ist ein Validator für XML-Signaturen oder das offizielle Validierungswerkzeug der Kommission der zuverlässigere Weg.

Format Standard (ETSI) Typische Datei Was offnenp7s.de daraus liest
CAdES EN 319 122 .p7s (ohne Dokument), .p7m (mit Dokument), smime.p7s (E-Mail) Unterzeichner, Zertifikat, Zeitstempel; Prüfsummenvergleich mit dem Original
PAdES EN 319 142 signiertes .pdf das PDF als Ganzes, aber keine Signaturdaten daraus
XAdES EN 319 132 .xml, oft in ASiC-Containern (EN 319 162) die Datei ist öffenbar; der Schwerpunkt liegt auf CAdES

Welches Format ist das bessere?

Keines ist von Natur aus stärker; jedes passt sich dem Dokument an. Für ein PDF, das der Empfänger sofort lesen soll, ist PAdES praktisch, weil die Signatur sichtbar im Dokument sitzt. Für Dateien, die unverändert weitergereicht werden sollen, spricht, dass bei der abgetrennten CAdES-Signatur Original und Signatur getrennt erhalten bleiben. Für XML-Übermittlungen führt der Weg über XAdES, oft verpackt in ASiC. Rechtlich entscheidet ohnehin eine andere Frage, nämlich ob die Signatur einfach, fortgeschritten oder qualifiziert ist; die Stufen erklärt Qualifizierte elektronische Signatur, einen Überblick geben die Arten elektronischer Signaturen.

CAdES, PAdES, XAdES: Datei öffnen und einordnen

Wenn Sie eine Datei in der Hand haben und nicht wissen, ob sie CAdES, PAdES, XAdES trägt: Wählen Sie sie in der Dateiauswahl oben. Gelesen wird nach den Bytes, nicht nach dem Namen, damit auch eine .p7s ohne Endung richtig eingeordnet wird. Legen Sie bei abgetrennter Signatur das Original dazu, damit die Prüfsummen verglichen werden. Mit dem kostenlosen Konto erscheinen Übersicht und Vorschau der ersten Seite samt Unterzeichner; das vollständige Dokument gibt es pro Datei oder mit dem Pro-Abo. Die Bytes Ihrer Datei bleiben dabei auf dem Gerät.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen CAdES, PAdES und XAdES?

Alle drei sind ETSI-Signaturprofile, anerkannt für fortgeschrittene Signaturen; eine qualifizierte Signatur baut auf denselben Profilen auf. Der Unterschied ist der Behälter: CAdES liegt als eigene Signaturdatei neben dem Dokument oder umhüllt es, PAdES ist in ein PDF eingebettet, XAdES ist ein Signaturanteil in einem XML-Dokument. Die Kryptografie dahinter ist vergleichbar.

Woran erkenne ich eine CAdES-Signatur?

Meist an der Endung: .p7s für die Signatur ohne Dokument, .p7m für die Signatur mit Dokument darin. An einer E-Mail heißt die Datei oft smime.p7s. CAdES baut auf dem CMS-Format auf, dem Nachfolger von PKCS#7; beide Namen bezeichnen dieselbe Dateifamilie.

Ist PAdES sicherer als CAdES oder XAdES?

Nein. Die Sicherheit hängt nicht vom Behälter ab, sondern vom Zertifikat, dem Signaturniveau und der Frage, ob die Signatur später noch überprüfbar ist. Ein CAdES-Datensatz vom Niveau B-LTA ist langzeittauglicher als eine einfache PAdES-Grundsignatur. Das Format sagt nur, in welcher Datei die Signatur steckt.

Kann offnenp7s.de eine PAdES-Signatur im PDF prüfen?

Nein. Ein einfaches PDF öffnet die Seite unverändert, aber die in das PDF eingebettete Signatur liest sie nicht aus. Dafür ist das PDF-Programm des Lesers zuständig, etwa Acrobat Reader mit dem Signaturbereich. Signaturdateien nach CAdES, also .p7s und .p7m, liest die Seite dagegen aus.

Was bedeuten die Kürzel B-B, B-T, B-LT und B-LTA?

Das sind vier Stufen der ETSI-Basisprofile, gemeinsam für alle drei Formate. B-B ist die Grundsignatur. B-T fügt einen Zeitstempelbeleg eines Zeitstempeldienstes bei. B-LT nimmt alles Prüfungsmaterial wie Zertifikatskette und Sperrinfos in die Datei auf. B-LTA erweitert das um einen Archivzeitstempel.

Nach welchem Gesetz sind die Formate definiert?

Der rechtliche Rahmen ist die EU-Verordnung eIDAS (Nr. 910/2014); sie beschreibt die Anforderungen an fortgeschrittene und qualifizierte Signaturen. Die technischen Formate stammen von ETSI: EN 319 122 für CAdES, EN 319 142 für PAdES, EN 319 132 für XAdES und EN 319 162 für ASiC-Container. Als Basisprofile anerkannt sind sie über den Durchführungsbeschluss (EU) 2015/1506 der Kommission.

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